Salli SallmannBadetag - Die verschwiegene Bibliothek

Am Freitag, den 17. Juni 2011, um 19:30 Uhr In unseren Geschäftsräumen in Tharandt

In der Reihe "Verschwiegene Bibliothek"  erscheinen, zusammengetragen von Ines Geipel undJoachim Walther, Texte, die in der DDR entstanden, dort aber nicht gedruckt werden durften.  Die in Salli Sallmanns Buch "Badetag" versammelten autobiografischen Texte handeln vom DDR-Alltag in den 70er Jahren, von den Hoffnungen, Ängsten und Sorgen der Bürger und von ihrem wachsenden Selbstbewusstsein, das sich immer wieder in kleinen Unmutsgesten gegenüber dem System zeigte. Das tägliche Leben und Überleben in diesem Staat wird anhand dieser Prosa-Miniaturen und Gedichte greifbar und besonders auch für nachfolgende Generationen nachvollziehbar. Die Lyrik und die Liedtexte entstanden bis zu Sallmanns Ausbürgerung 1977. Ein Teil fand sich in den Archiven der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, ein anderer Teil wurde vom Autor in der Haft auswendig gelernt und nach der Entlassung notiert. Salli Sallmann liefert mit Badetag ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument, das einen unmittelbaren Einblick in den DDR-Alltag ermöglicht und für unser heutiges Verständnis dieses Staates unverzichtbar ist.
Salli Sallmann, der neben dem Schreiben auch Musiker und Kopf der Salli Seltsam Band ist, bringt an diesem Abend neben seinen Texten auch einige seiner Lieder zu Gehör.

Salli Sallmann, geboren 1953 in Chemnitz, wurde 1971 zum Studium an der Leipziger Fachschule für Ingenieurökonomie zugelassen. In dieser Zeit begann er zu schreiben. Schon bald wurde ihm die Auftrittserlaubnis als Lyriker und Sänger entzogen, 1974 wurde er wegen „konterrevolutionärer Aktivitäten“ exmatrikuliert. Als er seinen Wehrdienst ableistete, wurde er von der Stasi verhaftet und nach Westberlin abgeschoben, dort holte er das Abitur nach und studierte u.a. Germanistik.  Salli Sallmann arbeitet seit 1992 als Redakteur für Literatur beim rbb und ist als freier Autor und Musiker tätig.

Eintritt 8 €

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung