Inka BachGlücksmarie

Am Dienstag, den 31. Mai 2005, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

Inka Bach zeichnet das Bild einer äußerlich normalen, im familiären Alltag aber traumatisierten Kindheit: Gewalt ist überall anwesend. Marie wächst bei Stiefeltern, erfolgreichen Wissenschaftlern an einem angesehenen DDR-Institut, auf; der Stiefvater, zum Schluss des Zweiten Weltkrieges noch als Soldat

Inka Bach zeichnet das Bild einer äußerlich normalen, im familiären Alltag aber traumatisierten Kindheit: Gewalt ist überall anwesend. Marie wächst bei Stiefeltern, erfolgreichen Wissenschaftlern an einem angesehenen DDR-Institut, auf; der Stiefvater, zum Schluss des Zweiten Weltkrieges noch als Soldat ausgebildet, ist es gewohnt, sich durchzusetzen, auch mit körperlicher Gewalt, die er ganz selbstverständlich gegenüber der Stiefmutter und dann auch gegenüber dem Stiefkind einsetzt. Aus der Perspektive des Mädchens, in einer eindringlich lakonischen Sprache, wird diese familäre Gewalt in Beziehung oder Kontrast gesetzt zu anderen Lebensbereichen: zu den etwas verschrobenen und geliebten Großeltern, zu Nachbarn, zu politisch regiden Lehrern, zu Freundinnen und Freunden. Aus diesen anderen Erfahrungen bezieht das Mädchen schließlich eigene Maßstäbe, die Wiederstand wecken gegen die vom Stiefvater erwartete und jederzeit durchgesetzte Unterwerfung. Als er beschließt, mitsamt seiner "Familie" aus der DDR zu fliehen, weigert Marie sich mitzukommen. Sie will in der DDR bleiben, damit sie so, nach deren Flucht, von ihren Stiefeltern endlich "befreit" ist. Als das aber nicht gelingt und Marie in den Westen mitfliehen muss, sucht sie sich eine andere Lösung....
Inka Bach hat bereits bei Findus gelesen: aufgewachsen in beiden Teilen Berlins, studierte sie Literatur- und Theaterwissenschaft und schloss mit einer Promotion ab. Es folgten zahlreiche Arbeiten ( Regie und Drehbuch) für Film und Fernsehen sowie Hörspiele. Sie war 1998 Stadtschreiberin in Reinsberg und 2002 - zur Zeit des Attentats- in Erfurt. Heute lebt sie als freie Autorin in Berlin.
Ihre letzen Veröffentlichungen sind:

"Bachstelze. Erfurter Kolumnen" sowie das vielbeachtete Reinsberger Tagebuch "Wir kennen die Fremde nicht".

Eintritt: 5,00 €