Thomas RosenlöcherZum 200. Todestag von Friedrich Schiller

Am Montag, den 09. Mai 2005, um 19:30 Uhr Im Schillereck in Tharandt

"Schöne neue Welt, wo bist du?"
Thomas Rosenlöcher, der Dichter aus Dresden, einer der heitersten Erkunder unserer Gegenwart, nähert sich Friedrich Schiller. Seine Auswahl - Bekanntes und weniger Bekanntes - zeigt, dass Schiller auch uns heute ganz unmittelbar angeht: vor allem in seiner Auseinandersetzung mit dem Ideal und der Frage danach, wie nach Hoffnungsverlusten zu leben sei, ohne sich selbst zu verraten - eine Frage, die sich nach der Revolution von 1789 ebenso gestellt hat, wie sie sich nach der Revolution von 1989 eigentlich stellen müsste. Gerade in scheinbarer Resignation findet Schiller zu einem besonders dringlichen, gefassten Ton, der die verabschiedeten Ideale eben doch hochhält.


"Wie ich in Ludwig Richters Brautzug verschwand"
Im Jahr 2003 wurde in Dresden der 200. Geburtstag des Malers Ludwig Richter mit einem großen Stadtfest begangen. Berühmte Bilder Richters, darunter sein "Brautzug im Frühling", wurde von Dresdner Bürgern nachgestellt. Bei Thomas Rosenlöcher verschwimmt diese touristische Realität mit den Wunschvorstellungen seines Dresden- und auch sonst verliebten erzählerischen alter ego zu einer phantastisch-satirischen Liebeserklärung an die Elbmetropole oder an das, was es sein könnte.
Beide Bücher sind neu in diesem Frühjahr im Insel Verlag erschienen. Thomas Rosenlöcher wird sie uns am 9. Mai im Schillereck vorstellen und daraus vorlesen.