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Man könnte Plaschinski für einen Voyeur halten, einen leicht defekten Außenseiter. Tagsüber prüft er Rentenanträge, morgens und abends protokolliert er, was sich in den Fenstern seiner Nachbarn gegenüber ereignet. Es spielen sich Dramen ab, tatsächliche und erfundene. Vieles kann er sehen, manches aber nicht. Und das weckt seine Neugierde.
Der Held von Jens Wonnebergers neuem Roman „Gegenüber brennt noch Licht“ bleibt am liebsten im Schutz seiner eigenen vier Wände, denn draußen ist er ausgeliefert – seinen Gefühlen, seinen peinlichen Erinnerungen. Aber drinnen ist er einer aus der Mitte unserer Gesellschaft – das ist ja das Unheimliche. Wonneberger wirft einen witzigen und präzisen Blick auf das Leben und zeichnet ein Seelenporträt der deutschen Gegenwart.
Roman, Steidl-Verlag