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Dietrich Bonhoeffer bleibt auch im 21. Jahrhundert eine Herausforderung für Christen, Kirche und Theologie. Mit seinem Märtyrertod und seiner öffentlichen Erklärung zum evangelischen ‚Heiligen’ ist er nicht erledigt. Seine Gedanken insbesondere während der Gefängnisjahre weisen Christen und andere Nachdenkliche ein in die offenen Fragen der Humanität: Wer und was ist der Mensch in einer Welt scheinbar ‚ohne’ Gott? Was ist christlicher Glaube? Woran und wie glauben Christen eigentlich wirklich? Welche Bedeutung hat der ‚Glaube’ tatsächlich für das Leben? Was bedeutet es, an Gott im Menschen Jesus zu glauben?
Die Frage nach Jesus Christus war die geistige Mitte für Dietrich Bonhoeffer. Können wir heute von ihm etwas lernen – über Jesus? Wer ist für uns dieser Jesus Christus?
Der Papst hat in seinem Jesus-Buch (2007) Jesus als den Sohn Gottes beschrieben, ein Mensch eigener Art, uns himmelweit überlegen, unser Retter. Dabei wird unser Menschsein in ein dunkles Licht gerückt. Wir sind ‚Sünder’. Wir müssen durch das Opfer des sündlosen Gottessohnes gerettet werden.
Bonhoeffer hatte dagegen einen Gott erfahren, der es sich eine Ehre sein lässt, im wirklichen Menschen, im Menschen Jesus, auf die Welt zu kommen. Seine eigenen Lebenserfahrungen im Widerstand, im Gefängnis und angesichts des baldigen Todes führten ihn dahin, Gott in Jesus ganz ‚unten’ zu glauben, in den ‚Tatsachen’ des Lebens, auch in den wirklichen Menschen, die auf der Erde leben.
Bernd Vogel hat in Zusammenarbeit mit Petra Roedenbeck-Wachsmann und Ilse Tödt ein Buch geschrieben, das diesen Fragen nachgeht. Das Buch „Mensch Jesus!“ will die Leser und Leserinnen zu neuen Gedanken über Jesus und über sich selbst provozieren. Dabei werden uralte dogmatische Lehren über Jesus Christus teilweise radikal infrage gestellt – in der Verantwortung für den christlichen Glauben heute.