Veranstaltungen im Jahr 2004

« Zur Veranstaltungsübersicht dieses Jahres

Christoph Wilhelm AignerLogik der Wolken

Am Dienstag, den 29. Juni 2004, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

"Der Wind wütet in den Wolken, und hier springen Blätter von den Ästen und fahren wie Geschosse ab in die Dunkelheit."

Logik der Wolken sind Poetische Notate des Dichters C.W. Aigner, der es wie ganz wenige versteht, das Leben aus der tiefen Ruhe der Kontemplation zu belauschen. Er findet poetische Miniaturen, verblüffende Sprachspiele und schlagende Aphorismen: "Österreicher sind Leute, die stets das Rad neu erfinden und zurückdrehen."

C.W. Aigner sucht in der Logik der Wolken das eigentlich Unbegreifliche zu erfassen: das Leben. Es verschließt sich gerade dort, wo es zu pulsieren scheint - in der Geschwindigkeit, dem Trubel. Das Wesen der Natur, Zentrum seiner Poesie, eröffnet sich ihm in der versunkenen, liebenden Anschauung. So wie es gelingt, aller Flüchtigkeit und Vagheit zum Trotz, in den sich beständig wandelnden Wolken Struktur und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, so gelingt ihm dies in einem Alltag, den er der Hektik und dem Betrieb entzogen verbringt. Gerade in dieser Ruhe findet er seine knappe und angemessene Sprache: "Im Augenkontakt mit den Dingen sein, für die ich Wörter zu sammeln versuche."

Christoph Wilhelm Aigner, geboren 1954 in Wels/ Oberösterreich, studierte in Salzburg, lebt in Italien. Er veröffentlichte Erzählungen und mehre Gedichtbände und arbeitet außerdem als Herausgeber und Übersetzer. Für seine Lyrik erhielt er 1982 den Trakl-Förderpreis, 1993 den 3. Meraner Lyrikpreis, 1996 den Else-Lasker-Schüler-Förderpreis sowie ein Aufenthaltsstipendium im Schloss Wiepersdorf. "World Literary Today" zählt ihn zu den wichtigsten zeitgenössischen Dichtern.

Von April bis September 2004 ist C.W. Aigner der neunte Stadtschreiber in Dresden.