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Die Korrespondenz zwischen Vater und Sohn beginnt, als Uli 1940 von der Dorfschule in Carwitz auf das Gymnasium nach Templin wechselt und im Internat leben muss. Sein Vater verspricht ihm, jeden Sonntag einen Brief zu schreiben. Bedingung ist, dass auch Uli jede Woche schreibt. Falladas Briefe an den Sohn sind liebevoll, lustig und kameradschaftlich, und, wenn es sein muss, auch ermahnend. Er lässt ihn teilhaben an dem Leben in Carwitz, erzählt von den Geschwistern, seiner Arbeit auf dem Hof und mit den Tieren, von seinen Sorgen, den Kriegsalltag zu bewältigen. Uli berichtet von der Schule, von Freunden, von Luftalarm und schlechtem Essen. Die Briefe geben den Alltag der Kriegszeit und den schweren Jahren danach wieder und gewähren einen ungewöhnlichen Einblick in das Privatleben der Familie Ditzen-Fallada.
Ein starkes, inniges Verhältnis bindet beide, das durch die Scheidung der Eltern zunächst kaum beeinträchtigt wird. Es brach erst, als der Sohn in den letzten beiden Lebensjahren des Vaters Zeuge der Morphiumsucht und des Verfalls wurde. Uli Dietzen: „Mit diesem Briefwechsel hat mein Vater sich mir wiedergegeben, über ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod.“
Rudolf Ditzen, alias Hans Fallada, geboren 1893. Mit dem vielfach übersetzten Roman „Kleiner Mann – was nun?“ (1932) wurde er weltbekannt. In der Zeit des Faschismus lebte er auf seinem Anwesen in Mecklenburg. 1945 siedelte er nach Berlin über und starb dort 1947.
Ulrich (Uli) Ditzen, geb. 1930, ältester Sohn von Hans Fallada und Anna Dietzen. Ab November 1945 wohnte er bei seinem Vater und dessen zweiter Frau Ulla in Berlin. Seit dreißig Jahren lebt er als Rechtsanwalt in Wuppertal. Er hat zusammen mit seiner Frau Bruni aus dem Briefwechsel zwischen ihm und seinem Vater ein Leseprogramm erarbeitet, das beide in verteilten Rollen vortragen.