Veranstaltungen im Jahr 2003

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Paul-Hermann GrunerMänner

Am Dienstag, den 25. November 2003, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

Trotz aller großen politischen Erfolge der Frauenbewegung in dreißig Jahren:

Betrogen, zu kurz gekommen, benachteiligt, diskriminiert - so klingt der Kanon der Adjektive zur Bezeichnung weiblicher Lebenserfahrung. Warum?

Weil die suggestive Kraft dieser Behauptung zum Selbstläufer geworden ist, zur Speerspitze organisierter Befindlichkeit.

Erfolgreich ist, wem es gelingt, als Opfer zu gelten. Leiden schaffen nicht nur Zuspruch und Aufmerksamkeit. Leiden ist Macht. Deshalb wollen alle leiden - oder schon immer gelitten haben: Rentner, Kinder, Raucher, Nichtraucher, Allergiker, Vegetarier, Radfahrer, Autofahrer, Ausländer, Dicke, Homosexuelle, Skins und Skateboarder. Wer Opfer ist, hat Bedarf anzumelden, hat Kompensation zu empfangen. Zum allseitig akzeptierten Opfer Frau gibt es aber einen entscheidenden Unterschied:

Frauen argumentieren nicht aus einer Minderhei-ten-, sondern aus einer Mehrheitsposition heraus. Dieser kleinen Irritation trotzend, hat die Frauenbewegung der Moderne den Status "Opfer" für die Frau geradezu institutionalisiert. Er hat, sozusagen, Gesetzeskraft.

Cui bono, wem nützt es, lautet die einfachste ideologiekritische Frage. So befragen wir mit cui bono mal das sogenannte "Patriarchat". Erkenntnis, nüchtern notiert: Männer zählen inzwischen längst zu den Kulturverlierern. Stichworte dafür: Arbeitsleben, Obdachlosigkeit, Selbstmordrate, Lebenserwartung, Kriminalität, Gesundheit, Schule.

Aus diesen Stichworten entlang wird der Darmstädter Autor, Journalist und Politikwissenschaftler Paul-Hermann Gruner sein Referat aufbauen: Blick auf die andere Seite der Medaille. Keine Anleitung zum Unglücklichsein, sondern zum Aufwachen und Verändern.

Paul-Hermann Gruner, Jahrgang 1959, ist Politikwissenschaftler und lebt als Autor, Journalist und bildender Künstler in Darmstadt. Unter seinen Publikationen finden sich Monographien, Bühnenwerke und wissenschaftliche Beiträge.