Veranstaltungen im Jahr 2002

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Michael WüstefeldWegzehrung

Am Dienstag, den 26. November 2002, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

Michael Wüstefeld "besticht durch seine inhaltlich-thematische Fülle und Vielfalt: Die Spannweite reicht von der deutsch-deutschen Problematik im schwierig-schönen Vaterland zum weniger schwierigen, unvermindert schönen Elbtal. Von der versunkenen DDR zu bewunderten, befreundeten Dichter-Kollegen wie Allen Ginsberg, Paul Celan und Wulf Kirsten. Vom unerschöpflichen Bild seiner Geburtsstadt Dresden bis zur Erforschung des eigenen, im Geschichtsstrudel schaukelnden, besorgten, aufbegehrenden, rastlosen lyrischen Ichs. Von der ebenso unvergesslichen wie unwiederbringlichen Kindheit bis zu den feinen Verästelungen poetischer Selbsterforschung und Selbstentäußerung. Vom Glück der Liebe bis zum Glück der wasserfallartig hereingebrochenen Reisefreiheit nach lange unerreichbaren, ersehnten, endlich ergründeten Städten, Ländern und Kontinenten.

Ebenso bemerkenswert wie die stoffliche Fülle von Wüstefelds Gedichten sind das Reservoir und die Vitalität seiner sprachlich-künstlerischen Mittel: Er ist ein Metaphoriker ersten Ranges, originell, erfindungsreich, kühn bis zur Frechheit. Er ist ein witziger, ebenfalls kühner Sprach- und Wortspieler. Er rüttelt ungeniert an sozusagen vorgeschriebenen, eingefahrenen grammatischen Strukturen: Da muss der Leser scharf mitdenken und -fantasieren. Er ist ein Meister vielfältiger Perspektivik und perspektivischer Wechsel, nie krampfhaft, ganz selten angestrengt, immer den hellwachen Leser fordernd und vielfach leichtfüßig. (...)"

Wolfgang Hädecke, 12.07.2001, Sächsische Zeitung.