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"Es singen die Wasser im Schlafe noch fort vom Tage, / vom heute gewesenen Tage", heißt es bei Eduard Mörike, und ähnlich wie seinerzeit der schwäbische Romantiker begibt sich ein Dichter von heute auf Reisen. Er stößt dabei wieder und wieder auf Spuren der eigenen Existenz, auf ein sich wandelndes und dennoch irritierend gleichbleibendes Ego, das sich zwischen "Frühjahrsstürmen", "bei einer Wegerichblüte" oder am "Ende der Saison" in den "Farben des Wassers" zu finden sucht.
Die Orte, an denen Kolbe ins Nachdenken und in die Musik seiner Sprache gerät, liegen, auch wenn an die "Heimat Berlin" erinnert wird, in Süddeutschland, im Schwäbischen meist, wo die Dialektik zu Hause ist und das "Dennoch". Hier schaut er, als Fremder in der Fremde, in den Spiegel seiner Sätze, aus dem er sich selbst wie im Märchen oder Mythos als anderer entgegenkommt.
Uwe Kolbe, 1957 in Berlin geboren, lebt in Tübingen.