Veranstaltungen im Jahr 2002

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Uwe SaegerLaokoons Traum

Am Dienstag, den 26. Februar 2002, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

Segretario Monsignore Paladino aus den Vatikanischen Uffizien kann die bedrückende Neuigkeit nicht länger für sich behalten: Die weltberühmte Laokoon-Gruppe, Objekt zahlreicher kulturwissenschaftlicher Abhandlungen, vor allem aber Inbegriff des formvollendeten Kunstwerkes, hat sich eines Nachts auf unerklärliche Weise selbst zertrümmert.

Alle Versuche, selbst von höchster Stelle, die Fragmente wieder zusammenzufügen, sind vergeblich - es fehlen alle Teile, die die Schlangenleiber und die mit ihnen verbundenen Partien des Laokoon und seiner Söhne gebildet hatten. Die Besorgnis will nicht mehr enden, als man inmitten der Marmorstücke eine handbeschriebene Schlangenhaut entdeckt: die rätselhafte Botschaft der Schlangen, die sich dem Jahrtausende währenden schöpferischen Widerstreit um Leben und Tod entwunden haben und in die Freiheit der Kreatürlichkeit entflohen sind.

Saegers spannend zu lesender Roman, der wie eine Kriminalstory beginnt, entfaltet sich zur vielschichtigen und zugleich unentrinnbaren Studie des künstlerischen Schaffens schlechthin. Frei und doch nicht frei ist der Künstler gefangen zwischen sinnlichem Schöpfungswillen und ratio. Und während er selbst an den existentiellen Fragen seines künstlerischen Daseins zu verzweifeln droht, wird er schon zum Instrument seiner eigenen Kreationen.

Uwe Saeger, geboren 1948, wurde unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem mecklenburgischen Staatspreis ausgezeichnet.