Veranstaltungen im Jahr 2001

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Katja Lange-MüllerDie Letzten

Am Dienstag, den 25. September 2001, um 19:30 Uhr in unseren Geschäftsräumen in Tharandt

"Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert / Und mehr als das in der Flinte jenes im Setzkasten."

(Georg Christoph Lichtenberg)

"Püppi" nennt sie ihr Kollege, der Maschinensetzer Fritz, "Püppi, die einarmige blaue Elefantin". Obgleich sie Linkshänderin ist, muss sie technikbedingt den Setzstock mit der ungeschickten Rechten beschicken, ihre kräftige Statur und die großen blau-roten Ohren lassen ihr selbst diesen Spitznamen zutreffend erscheinen.

Neun Jahre hat "Püppi" ihren erlernten Beruf nicht mehr ausgeübt und ist nun in dem "bescheidenen Makulaturschuppen" Udo Posbichs gelandet, in dem auch Fritz, Willy und Manfred, drei schrullige Gestalten, ihre Zuflucht vor dem durchorganisierten VEB-Arbeitsleben gefunden haben.

Mit leichten, melancholischen Worten erzählt Katja Lange-Müller von Geheimnissen und Sehnsüchten dieser Menschen am Rande der Gesellschaft des Ostberlins der 70er, ohne dabei aber unsensibel, pathetisch oder laut zu werden.

Katja Lange-Müller wurde 1951 in Ostberlin geboren und lernte den Beruf des Schriftsetzers. Bevor sie '84 die DDR verließ, arbeitete sie als Hilfspflegerin auf psychatrischen Stationen und lebte ein Jahr in der Mongolei. '86 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, '95 den Alfred-Döblin-Preis für ihre Erzählung "Verfrühte Tierliebe". Heute lebt Katja Lange-Müller als freie Autorin in Berlin.