Andreas BernardVorn

Aufbau Verlag

Mit einem leichten Sog nimmt der Autor Bernard die Leserin mit in die Welt der "Vorn", oder vielleicht auch ein Stück in die Welt des "Jetzt"-Magazins, bei der er als Redakteur gearbeitet hat.

Der Roman dreht sich um Tobias, der beim Magazin "Vorn" anfängt und in der dazu gehörigen Welt aufzugehen scheint. Sie zieht ihn hinein in eine ihm bisher nicht zugängliche Szene, löst ihn von seiner langjährigen Freundin und wird zu seinem Alltag. Das Magazin "Vorn" steht im Mittelpunkt des Denkens, seine Kollegen werden zu seiner Familie, es verändert seinen Musik- und Kleidungsstil, seine Sprache, sein Denken.

Bis dann ein Riss, ein Aufwachen alles verändert. Nein, nicht alles. An dieser Stelle wäre eine kritische Haltung spannend gewesen, der Autor lässt Tobias aber weiter das Leben leben wie bisher. Ähnlich einem vereisten Gewässer fließt das Buch ab hier träge dahin. Weder eine wirklich tiefe Änderung, noch irgendwelche Konsequenzen sind auszumachen. So verliert der Roman seine Spannung und wird zu einer beliebigen Beschreibung einer Szene. Sprachlich nur bedingt mitreißend ist es aber doch ein leichter Roman für eine Zugfahrt, schnell gelesen, bei all den berührten Problemen und Beziehungen leichte Kost.

Andreas Bernard: "Vorn"
Aufbau Verlag, Taschenbuch, 16,95 Euro.
Diese Besprechung schrieb Beate Ellerms.