Abini ZöllnerSchokoladenkind

Rowohlt

Ein "Schokoladenkind" ist Abini Zöllner nicht nur ihrer Hautfarbe wegen: als Tochter eines Afrikaners und einer Jüdin wird sie 1967 in (Ost-)Berlin geboren.

Ein "Schokoladenkind" ist sie auch, weil sie ihrem ungewöhnlichen Leben stets die Schokoladenseiten abgewinnen kann. Dabei verläuft ihr Weg überhaupt nicht geradlinig. Nach Kindheit und Schulzeit lernt sie Friseuse, tanzt Revue im Friedrichstadtpalast, modelt und spielt kleine Rollen fürs Fernsehen. Ihre Ziele verfolgt sie mit ungeheurer Energie, aber nicht ohne Selbstzweifel. Sie heiratet den Sänger der Kultband "Die Zöllner", was ihr Leben nicht gerade vereinfacht, bekommt zwei Kinder.

Ihre berufliche Heimat findet sie schließlich ab 1990 bei der "Jungen Welt" und der "Berliner Zeitung", wobei sie sich ihr journalistisches Rüstzeug noch in der DDR beim Abendlehrgang für "massenwirksames Schreiben" geholt hat. Ja, Sie haben richtig gelesen, so etwas gab's. Aber auch andere Beschreibungen der realsozialistischen Wirklichkeit werden Ihnen ein erkennendes Schmunzeln entlocken.

Mit lockerer Feder voller Witz und Ironie, aber ohne Sentimentalität erzählt Abini Zöllner ihr turbulentes Leben. Voller Liebe und Wärme beschreibt sie die Verbundenheit mit ihrer Familie und ihren Freunden und gibt auch Fehlern, Schmerz und Verlust Raum.

Ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Abini Zöllner: "Schokoladenkind"
Rowohlt, gebunden, 17,90 EUR.
Diese Besprechung schrieb Andrea Deubel.