Felicitas MayallNacht der Stachelschweine - Laura Gottbergs erster Fall

Kindler

Für Leser(innen), die Patricia Cornwells Kay-Scarpetta- oder Kathy Reichs Tempe-Brennan-Romane lieben, wird die Krimiwelt wieder um eine Ermittlerin reicher: Laura Gottberg, eine Münchener Kriminalkommissarin. Auch sie befindet sich stets im Spagat zwischen ihrer Familie und ihrem Beruf, beides liebt und braucht sie, beides meistert sie erfolgreich. Und dennoch fühlt sie sich oft unzulänglich und ausgebrannt.

Gerade als ihr fast achtzigjähriger Vater immer hilfebedürftiger wird und auch die Kinder mehr Aufmerksamkeit brauchen, bittet die italienische Polizei um Unterstützung: in einem ehemaligen Kloster bei Montalcino ist die Teilnehmerin einer deutschen Selbsterfahrungsgruppe unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Laura Gottberg, zweisprachig aufgewachsen, wird zu den Ermittlungen herangezogen. Was anfangs fast wie ein Urlaub aussieht, wird immer komplizierter. In den langen Nächten, wenn die Stachelschweine „weinen“, greift die Ruhelosigkeit auch auf die Menschen über. Dann führt die Kommissarin lange Gespräche mit ihrem Kollegen Angelo Guerrini, die bald über das dienstliche hinausgehen.

Einmal mehr gelingt es einer Autorin, eine spannende Handlung mit Personen zu verbinden, die uns vertraut vorkommen, weil sie alltägliche Wünsche, Hoffnungen, Sorgen und Ängste haben. Ich hoffe, dass der zweite Fall nicht lange auf sich warten lässt.

Felicitas Mayall: "Nacht der Stachelschweine - Laura Gottbergs erster Fall"
Kindler, gebunden, 19,90 Euro.
Diese Besprechung schrieb Susanne Heinze.