Martin MosebachMogador

Rowohlt

Patrick Elff hat einen schweren Fehler begangen. Als junger, aufstrebender Bankkaufmann hat er sich von einem mächtigen Marokkaner verleiten lassen, für ihn Gelder zu waschen. Es sollte nicht zu seinem Nachteil sein, nun aber wähnt er die Polizei in seinem Nacken und flieht nach Marokko, um dort Hilfe zu erbetteln. Er findet Unterschlupf in Mogador in der „Burg“ von Khadija, einer nicht mehr schönen, aber eindrucks- und machtvollen Hauswirtin, die auf ihre Weise Frauen und Männer an ihren Fäden führt. Der einzige, dem sie dabei gehorcht, ist ihr Dämon…

Dieser Roman bleibt von der ersten bis zur letzte Seite überraschend und spannend. Er zeichnet ein dichtes Bild der Gesellschaft der Fischer und Bettler am Rande Marokkos. Ein großes Lesevergnügen, genau beobachtet, spritzig geschrieben und hochintelligent gewoben.

Martin Mosebach: "Mogador"
Rowohlt, gebunden, 22,95.
Diese Besprechung schrieb Jörn Erler.