Esmahan AykolHotel Bosporus

Diogenes

Kati Hirschel ist eine Deutsche, die seit dreizehn Jahren in Istanbul lebt und hier einen Krimibuchladen betreibt.

Sie liebt das Leben in dieser quirligen Metropole und hat hier, wo sie schon ein paar Jahre ihrer Kindheit verbrachte, ihr zuhause gefunden.

Insgeheim hat sie sich schon oft gewünscht, einmal selbst als Detektivin in Aktion zu treten. Die Gelegenheit biete sich, als im Hotel Bosporus der Regisseur einer türkisch-deutschen Koproduktion ermordet wird. Und da sie die Hauptverdächtige , die Schauspielerin Petra Vogel, aus ihrer gemeinsamen Studienzeit kennt, sitzt sie quasi an der Quelle der Informationen.

„Hotel Bosporus“ ist das Debüt der 1970 geborenen türkischen Journalistin Esmahan Aykol, die in Istanbul und Berlin lebt, eben jenen Städten an der Schnittstelle der Kulturen, die der Ort ihrer Romanhandlung sind. Diese Städte, wo Tradition und Moderne, ganze Völker und einzelne Menschen mit ihrer Prägung, ihren Lebensentwürfen, ihren Sehnsüchten und ebenso ihren Vorurteilen aufeinander treffen, sind eine wunderbare Kulisse. Und gerade hiervon ging für mich die Faszination des Buches aus. Der leichte, humorvolle Stil des Erzählens machte das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre, bei der manche Klischees bestätigt und viele über den Haufen geworfen wurden, wo aber auch sichtbar wird, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen für unser Zusammenleben sind oder sein sollten.

Die eigentliche Handlung, den Kriminalfall, fand ich hingegen eher enttäuschend, zu oft gab es hier Wendungen, die mir unglaubwürdig erschienen. Zuviel fügte sich durch Zufall zugunsten der selbsternannten Detektivin.

Esmahan Aykol: "Hotel Bosporus"
Diogenes, gebunden, 19,90 Euro.
Diese Besprechung schrieb Andrea Deubel.