Sean McGuffinDer Hund

Edition Nautilus

Im Mittelpunkt dieses Romans steht der nordirische Kampf um Unabhängigkeit von Großbritannien. Eine kleine Einheit der Provos, einer Splittergruppe der IRA, sorgt für Angst und Schrecken im britischen Filz aus Politik, Geld und Wirtschaft. Ihre kompromißlosen und phantasievollen Aktionen machen in halb Europa Furore und selbst vor Zielen in Kalifornien nicht halt. Sogar in den Reihen der IRA wird gerätselt, wer hinter all den Anschlägen steht. Der Geheimdienst, FBI und Polizei stochern sowieso im Dunkeln. Denn niemand kennt den Hund, der im Hintergrund die Fäden zieht...

Der Autor, selbst ein glühender Verfechter der irischen Sache, ergreift klar Partei für den Unabhängigkeitskampf. Mit Wohlwollen stellen wir fest, daß jegliche political correctness von Beginn an über Bord geworfen wird.

Wie die Mehrheit der Iren würzt McGuffin seine Sprache mit viel Humor, hochfliegender Phantasie, Stolz und manchmal auch mit maßloser Übertreibung und Prahlerei. Seine Liebe für das irische Volk und dessen mannigfaltige Legenden- und Götterwelt erreicht uns ebenso intensiv wie sein abgrundtiefer Haß auf das britische Establishment.

Dies ist ein (fiktiver) Thriller für all diejenigen, die den Nordirlandkonflikt in all seiner Intensität nachempfinden wollen und Einblick in die Gefühlswelt vieler Iren erhalten möchten.

Übrigens: In England nicht unbekannt, durfte Mc Guffins Buch bis heute bei keinem in Englischer Sprache publizierenden Verlag erscheinen.

Sean McGuffin: "Der Hund"
Edition Nautilus, Taschenbuch, 10,80 Euro.
Diese Besprechung schrieb Stefan Gräfe.