Isabella StraubDas Fest des Windrads

Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Greta, Erfolgsmanagerin aus Wien, ist auf dem Weg zu ihrem nächsten Triumph. Aber leider per Bahn, irgendwie hat es Probleme mit der Buchung eines Flugs gegeben. Prompt bleibt der Zug stehen, mitten auf der Strecke, in Oed am Tiefen Graben. Trotz fast erfolgreicher Bemühungen, noch schnell einen verheirateten Kollegen zu verführen, gerät ihr alles aus de Fugen. Denn sie sieht sich gezwungen einzutauchten in dieses Nest von Erfolglosen, Hoffnungslosen, Antrieblosen, Verzweifelten. Deren Protagonist ist Jurek, dessen polnischer Name auch schon das abenteuerlichste an diesem Taxifahrer ist. Und der - soviel sei mit Erstaunen verraten - vollkommen immun gegenüber allen Reizen Gretas ist.

Denn so vordergründig banal ist der Roman keinesfalls. Auch wenn sich sogar am Ende so etwas wie ein Happy End ergibt, ist der Weg dahin gepflastert mit schrägen Episoden und schrulligsten Alltagstypen. Mir drängte sich sofort der Vergleich mit Dürrenmatt auf, in seiner (noch) verständlichen Phase. Der Roman macht Spaß, ist sprachlich auf hohem Niveau und hält sowohl dem Großstadt-Jetset als auch dem Landromantiker einen ironischen Spiegel vor.

Isabella Straub: "Das Fest des Windrads"
Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, gebunden, 19,00.
Diese Besprechung schrieb Annaluise Erler.