Anthony DoerrAlles Licht, das wir nicht sehen.

C. H. Beck

Werner Hausner wächst in Essen als Waisenjunge auf, lässt früh Talente erkennen und wird von den Nazis auf die Napola geschickt. Im Krieg muss er für die Wehrmacht die geheimen Nachrichtensender des Feindes aufspüren. Hierbei dringt er weit ins befeindete Frankreich vor.

Dort lebt Marie-Laure, die frühzeitig erblindete Tochter des Direktors des Naturkundemuseums. Als die deutschen Besatzer näherkommen, zieht Marie-Laure an die Küste nach Saint-Malo. Dort engagiert sie sich aktiv im Widerstand und benutzt genau einen solchen Sender, den Werner Hausner auszuspähen hat.

Die Begegnung der beiden Hauptpersonen gerät eher zu einer Nebensache. Wichtiger sind ihre Ängste, Träume und Hoffnungen, die sich auf unfreiwillige Weise aufeinander beziehen und miteinander verknüpft sind. Ohne in ein unrealistisches happy end abzugleiten, findet er doch ein versöhnliches Ende.

Mit Einfühlungsvermögen und detaillierter Kenntnis der damaligen technischen Möglichkeiten zeigt uns Anthony Doerr, welche Wirkungen Krieg und Diktatur auf die Psyche junger Menschen haben.

Anthony Doerr: "Alles Licht, das wir nicht sehen."
C. H. Beck, gebunden, 22,95.
Diese Besprechung schrieb Annaluise Erler.