Jonathan Safran FoerAlles ist erleuchtet

Kiepenheuer & Witsch

26 Jahre alt war Jonathan Safran Foer, als dies erste Werk von ihm erschien und sofort bei Insidern als Geheimtipp galt. Entstanden ist es als Literaturprojekt in Princeton innerhalb des Grundstudiums unter der Aufsicht von Joyce Carol Oates und Jeffrey Eugenides.

Mediengetöse setzte ein, ganz erstaunlich, denn dieses Werk ist nicht bequem zu lesen, und es ist auch schier unmöglich, diese vielen Einfälle in kurze Worte zu fassen, - man muss es halt lesen, sich mit beiden so unterschiedlichen Erzählern arrangieren. Der Eine ist ein junger Fremdenführer namens Alex aus Odessa, der mit dem anderen Erzähler, einem amerikanischen Studenten aus New York, den Ort Trachimbrod an der polnisch-ukrainischen Grenze aufspüren möchte.

In diesem jüdischen Schetl lebten einst die Vorfahren des Amerikaners.

Eine Spurensuche so doppelbödig und vielschichtig wie die verwendeten Idiome oder Stimmen der einzelnen Personen.

Vieles ist skurril, überzeichnet, zuweilen grotesk, humorvoll…

Man nehme sich die Zeit und lese und genieße gründlich. Zum Abschluss noch ein Lob an Dirk van Gunteren, dem es gelungen ist, die Zwischentöne einfühlsam und messerscharf bei der Übersetzung zu treffen.

Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet"
Kiepenheuer & Witsch, gebunden, 22,90 Euro.
Diese Besprechung schrieb Jörn Erler.